Veranstaltung zu Frauenquote mit 0% Frauen auf dem Podium… wtf?!

Das Fachschaftsteam, die Fachschaftsinitiative der Wirtschaftswissenschaftler_innen an der TU Berlin veranstaltet am 26. November eine Podiumsdiskussion zum Thema Frauenquote.
Das Pikante an der Sache, auf dem Podium werden ausschließlich Männer sitzen.

Unter dem Titel „Abend der VII – Zwi­schen Gleich­be­rech­ti­gung und Gleich­ma­che­rei – brau­chen wir eine ge­setz­li­che Frau­en­quo­te?“ soll erörtert werden, inwieweit eine Frauenquote sinnvoll oder eben auch nicht ist. Das Fachschaftsteam entschied sich dabei für einen ungewöhnlichen Ansatz und lud kurzerhand nur Männer auf das Podium ein. Begründung dafür war: „Um zu verhindern, dass typische Geschlechterklischees den Inhalt der Diskussion überschatten, haben wir uns für einen ungewöhnlichen Ansatz entschieden.“
Entsprechender Satz wurde inzwischen aus der Veranstaltungsankündigung gelöscht…

Das nicht nur irgendwelche Männer sondern zum Teil krasse Antifeministen und Maskulisten eingeladen wurden, setzt dem ganzen noch die Krone auf.
Zum einen ist da Gerhard Amendt, der Feminismus als Feindbild sieht und ihm sogar eine argumentative Nähe zu antisemitischen und rassistischen Diskursen unterstellt.1
Und auch Bernhard Lassahn macht durch antifemistische Publikationen von sich reden. Derzeit arbeitet er an einer antifemistischen Trilogie von der der erste Teil „Frau ohne Welt“ bereits im Mai diesen Jahres erschienen ist.
Die anderen sind was antifeminismus betrifft noch nicht wirklich aufgefallen, gehören aber mit Ausnahmen eher zum neoliberalen Spektrum. Ihre Meinung bzgl. der Quote ist vorhersehbar…

Wir finden die Veranstaltung absolut daneben und hoffen, dass die Organisator_innen doch noch eine Eingebung bekommen und das ganze kurzerhand absagen…

Hier sei noch auf einen kurzen Artikel der mlbb hingewiesen: „fachschaftsteam, maskulismus, antifeminismus“

  1. Quelle: Rosenbrock, Die antifeministische Männerrechtsbewegung, S. 53-54, Gunda-Werner-Institut http://www.gwi-boell.de/downloads/antifeminismus_i_neu_1.pdf [zurück]