Veranstaltungen im Wintersemester 14/15

Wer hätte das gedacht? Die Linke Liste hat dieses Semester seit langem mal wieder ein vollwertiges Veranstaltungsprogramm. Kommt vorbei, informiert euch, macht mit!

Rojava – Ein bedrohtes Zukunftsprojekt in Syrien

- Mittwoch 19.11., 18:00 Uhr, Rudi-Dutschke-Plenarium im AStA TU (TK2-Gebäude)

Mitten im syrischen Bürgerkrieg versuchten die Kurd*innen in Rojava/Nordsyrien ein System der Selbstverwaltung nach den Ideen des Demokratischen Konförderalismus zu etablieren. Mittlerweile ist die Region schweren Angriffen des „Islamischen Staates“ ausgesetzt. Wir möchten uns und euch über die aktuelle Situation vor Ort, das emanzipatorische Potential der Selbstverwaltung und Möglichkeiten der Solidarität informieren.

mit dem Verband Studierender aus Kurdistan (YXK)

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Oury Jalloh – Tod im Polizeigewahrsam

– Donnerstag, 11.12., 19:00 im H111 (Hauptgebäude TU Berlin) -

Vor 10 Jahren starb des aus Sierra Leone stammenden Flüchtling Oury Jalloh durch verbrennen in einer Zelle in Dessau. Nach einem Prozess, in dem die verantwortlichen Polizisten eine Aufklärung aktiv behinderten und widersprüchliche Aussagen abgaben, kam es zunächst zu einem Freispruch, später zu einer Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung. Mittlerweile liegen neue Erkenntnisse vor und die Staatsanwaltschaft ermittelt erneut.

Wer trägt Verantwortung für den Mord an Oury Jalloh?
Wer hat Interesse an Beweisvernichtung und Justizsabotage?

AktivistInnen berichten über den aktuellen Stand ihrer Arbeit, die anhaltende Repression und wollen mit euch auch über Parallelen anhand der Aufarbeitung des NSU-Komplexes diskutieren.

mit der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh

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Es geht hier nicht um Eisbären! – Workshop zu Klimawandel und Kapitalismus

- Donnerstag, 8. Januar, 16:00 Uhr, Ort: Rudi-Dutschke-Plenarium im AStA TU (TK2-Gebäude) -

Alle wollen die Welt retten, aber keiner tut es. Dass der Klimawandel ein Problem ist, haben mittlerweile die meisten Menschen begriffen. Trotzdem steigen die CO2-Emissionen immer weiter. Aber warum ändert trotz aller Sonntagsreden niemand etwas daran? Wer ist Schuld am Klimawandel und wer nicht? Was kann man dagegen tun und warum sind viele Lösungsvorschläge völlig falsch? Und was hat das eigentlich mit Kapitalismus zu tun?
In diesem Workshop werden wir diese Fragen diskutieren und versuchen, ein paar Antworten darauf zu finden.

mit FelS (Für eine linke Strömung)

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Wisenschaft von Rechts

- Donnerstag 22. Januar, Ort und Zeit: tba -

Die Neuformierung eines Teils der deutschen radikalen Rechten zur „Neuen Rechten“ zeichnet sich, neben einer Abwendung vom historischen
Nationalsozialismus, vor allem durch die Etablierung einer eigenen intellektuellen Bewegung aus. Mit dieser soll um die kulturelle Hegemonie in der Gesellschaft gekämpft werden. Wir wollen uns mit den Methoden und Akteuren dieser Wissenschaft von Rechts – von der „Jungen Freiheit“ bis zur „Professorenpartei“ Alternative für Deutschland – auseinandersetzen und uns dafür auch im Umfeld der TU umschauen.

mit dem Referat für Bildungspolitik des AStA TU

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Im Februar: Antisexistische Praxis

Workshops zu Antisexismus im Alltag (für alle) und Selbstverteidigungsworkshop (für Frauen*)

Solidarität mit dem kurdischen Widerstand gegen den IS!

Seit Wochen verteidigen die Kämpfer*innen der YPG (kurdisch: Yekîneyên Parastina Gel, Volksverteidigungseinheiten der PYD, der PKK-Schwesterpartei in Syrien) die Stadt Kobane in Nordsysrien gegen den Vormarsch des sogennanten Islamischen Staates.

Der IS, der seine Existenz der materiellen Unterstützung jener Golfmonarchien verdankt, mit denen der Westen zwecks Dominierung der Region seit Jahren verbündet ist, konnte die Bürgerkriegssituation in Syrien nutzen um sich zu etablieren. Die Verzweiflung der Bevölkerung, die Aussicht auf eine „Ordnung“ und sei sie auch noch so autoritär, die Aussicht einen Teil der Beute abzubekommen und die Gelegenheit für „religiöse Krieger“ aus aller Welt ein echter Mann, ein Held, ja ein Herrscher sein zu können – das mögen einige Gründe für den Aufstieg des IS sein. Inzwischen ist es der Organisation gelungen große Teile des nördlichen Irak und Syrien unter ihre Kontrolle zu bringen. Dort errichtete sie ein totalitäres System beruhend auf religiösem Zwang,
Folter, Todestrafe und Sklaverei.

Der Widerstand der syrischen Kurd*innen gegen den IS ist mittlerweile zum Symbol geworden, vor allem Dank der Rettung Yezidischer Zivilist*innen durch die YPG und dem Fakt, dass es ihnen schon so lang gelingt die belagerte Stadt Kobane gegen die Übermacht der Islamisten zu halten. Doch darüber hinaus ist Rohjava, das kurdische Siedlungsgebiet in Nordsyrien ein progressives Projekt zwischen den failed states und autoritären Regimen, die der Region ihren Stempel aufdrücken. Die Verfassung, die sich das Gebiet im Frühjahr des Jahres gegeben hat, beruht auf dem Programm des Demokratischen Konförderalismus, mit dem die PKK Anfang der 2000er die Abkehr vom Marxismus-Leninismus stalinistischer Prägung einläutete. Dessen wesentliche Punkte – Selbstbestimmung der Regionen, Frauenemanzipation, Ökologie und der Verzicht auf die Gründung eines neuen Nationalstaates – finden sich dort festgeschrieben, ebenso wie die Gleichberechtigung aller Ethnien und religiösen Konfessionen. Das Privateigentum an sich wird nicht angetatstet, jedoch der Besitz von Grund und Boden abgeschafft und die Gründung kommunaler Kollektivbetriebe ermöglicht. Wie viel davon sich in der aktuellen kriegerischen Auseinandersetzung umsetzen lässt, bleibt leider eine andere Frage…

Trotz aller Verurteilungen des IS hält sich die Unterstützung des Westens für Rojava in Grenzen: Zwar haben sich die US-Luftschläge im Raum Kobane intensiviert, doch die Einstufung der PKK als
Terrororganisation steht einer Belieferung der YPG mit Waffen im Wege. Damit nicht genug: Das NATO-Mitglied Türkei blockiert die Grenze für Hilfslieferungen und macht alle Versuche der türkischen Kurden, ihren Leuten in Syrien zu helfen, unmöglich. Statt dessen hat die Türkei die Islamisten mehrfach materiell und durch die Duldung von Grenzübertritten unterstützt und setzt Militär gegen türkische Kurd*innen, die gegen diese Politik protestieren, ein. Offensichtlich will die Türkei die Situation nutzen um ihr „Kurdenproblem“ ein für alle mal zu lösen.

In dieser Situation ist Solidarität und politischer Druck notwendig. Wir rufen zur Beteiligung an den laufenden Protesten und Spendenkampagnen auf und fordern ein Ende des PKK-Verbots!

Unsere Hass habt ihr verdient!

Josef wurde heute in allen Anklagepunkten für schuldig gesprochen, 12 Monate, 8 davon bedingt.

SCHEISS POLIZEI – SCHEISS JUSTIZ – SCHEISS GESELLSCHAFT

Antifaschismus ist und bleibt notwendig!

#freeJosef

»Klasse, Bewusstsein und Widerstand Zwischen Verwirrung, Emanzipation und Faschisierung« – Diskussion mit der Ökologischen Linken an der TU

ökolinxDie letzten Jahre waren aus politischer Sicht eine Zeit der weltweiten Aufstände, aber auch die Zeit einer Wirtschaftskrise, die vielfach für die katastrophalste seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts bezeichnet wurde. Beides hat die Lage auch in Europa dramatisch verändert und neue Hoffnungen und Befürchtungen bei jenen geweckt, die einen „system change“ für notwendig und begrüßenswert halten. Dabei sind die Einschätzungen, welche der neuen Bewegungen jetzt wirklich emanzipatorisch ist und wie eine grenzen übergreifende, solidarische Alternative zum jetzigen Zustand geschaffen werden kann durchaus verschieden.

Um uns Antworten auf diese Fragen zu nähern laden wir zu einem Gespräch mit der Ökologischen Linken ein, die in ihrem letzten Flugblatt zu einer Fortsetzung antikapitalistischer Proteste in Frankfurt, anlässlich der Eröffnung des neuen EZB(Europäische Zentralbank)-Haus diese Jahr aufruft, aber auch Kritik an verschiedenen politischen Strategien übt.

„ÖkoLinx“ wurde Anfang der 90er Jahre von ehemaligen Grünen gegründet, die mit dem sich abzeichnenden konformistischen Kurs der Partei unzufrieden waren und versucht seit dem eine basisdemokratische, radikalökologische und antirassistische Politik unter anderem in der Kommunalpolitik in Frankfurt am Main umzusetzen.

Donnerstag 19. Juni 18:00 Uhr
EB 222, TU Berlin

mit
Dorothea Becker (Dresden)
Jutta Ditfurth (Frankfurt/M.)
Sascha Jensen (Berlin)
Christoph Preuschoff (Stuttgart)
Manfred Zieran (Frankfurt/M.)

Wem gehört die Stadt?

Berlin für alle?

Die Mieten steigen, Menschen wird der Strom abgeklemmt, das Camp am Oranienplatz ist von einer Räumung bedroht, es kommt immer wieder zu Zwangsräumungen. Die Lebensbedingungen von vielen Leuten in Berlin verschlechtern sich.

Protest!

Aber immer mehr Menschen wehren sich. Am Kottbusser Tor haben Mieterinnen und Mieter zuletzt gemeinsam die Miete gesenkt, gegen Zwangsräumungen gibt es Blockaden, Andere starten Volksbegehren für ein soziales und ökologisches Stadtwerk oder gegen die Bebauung des Tempelhofer Feldes, in vielen Vierteln von Berlin sind Initiativen aktiv und setzen sich für ihre Interessen ein. Eine Sache verbindet die Proteste. Wir wollen ein Berlin, in dem alle Menschen gemeinsam leben können und welches nicht von oben geplant und durchgesetzt wird.

Berliner Ratschlag // 4.-6. April 2014 // TU Berlin

Nun laden viele verschiedene Initiativen zum Berliner Ratschlag ein. Wir wollen uns austauschen, neue Ideen und gemeinsame Perspektive entwickeln. Es sind alle Menschen eingeladen, welche nicht zusehen wollen, wie Berlin immer weiter kommerzialisiert wird und sich gemeinsam wehren wollen. Wir wollen ein Berlin von unten!

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Antifa in der Krise?!

Vom 11. – 13. April veranstaltet die interventionistische Linke einen großen Antifa Kongress an der TU Berlin!

Es warten spannende Workshops und Podien zu Rassismus in der Krise in Europa sowie den Strategien dagegen auf uns.

GefahrenGebiete überwinden

Unsere Solidarität gegen ihre Repression
22. März, 16 Uhr Turmstraße Kundgebung und Demo

Antirepressionsdemo
„Repression is their weapon – Solidarity is our strength!“ Zeigen wir diesem Staat, was wir von ihm halten! Heraus zur bundesweiten Antirepressionsdemo!

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Das war der WKR-Ball 2014

Für weitere Infos verweisen wir aufs ums Ganze! Bündnis

Unseren Hass den könnt ihr haben!

Am 24.01. findet wieder der Wiener Akademikerball statt.

„Hier treffen Chauvinist*innen und Nationalist*innen aller Couleur zusammen: Korporationsstudenten und Politikerinnen, Professorinnen und Manager, Anwälte und Unternehmerinnen. Angemeldet von der Freiheitlichen Partei Östereichs (FPÖ) unterstreicht das fröhliche Gesellschaftsspiel in den imperialen Kulissen der Hofburg den Anspruch auf Führung und Gefolgschaft – zu Walzer und Polonaise, im Wichs und in Rüschen.“ (TOP B3rlin)

Dieser Anlass wäre doch mal ein Grund die schöne Stadt Wien zu besuchen oder?
Auch aus Berlin wird ein Bus fahren – Tickets gibs für 20 € bei Schwarze Risse, Red Stuff, Buchladen zur schwankenden Weltkugel, k-fetisch.

Am 07.01. wird es auch eine Infoveranstaltung an TU geben! Um 16:00 Uhr im Café A (Architekturgebäude)

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Veranstaltung zu Frauenquote mit 0% Frauen auf dem Podium… wtf?!

Das Fachschaftsteam, die Fachschaftsinitiative der Wirtschaftswissenschaftler_innen an der TU Berlin veranstaltet am 26. November eine Podiumsdiskussion zum Thema Frauenquote.
Das Pikante an der Sache, auf dem Podium werden ausschließlich Männer sitzen.

Unter dem Titel „Abend der VII – Zwi­schen Gleich­be­rech­ti­gung und Gleich­ma­che­rei – brau­chen wir eine ge­setz­li­che Frau­en­quo­te?“ soll erörtert werden, inwieweit eine Frauenquote sinnvoll oder eben auch nicht ist. Das Fachschaftsteam entschied sich dabei für einen ungewöhnlichen Ansatz und lud kurzerhand nur Männer auf das Podium ein. Begründung dafür war: „Um zu verhindern, dass typische Geschlechterklischees den Inhalt der Diskussion überschatten, haben wir uns für einen ungewöhnlichen Ansatz entschieden.“
Entsprechender Satz wurde inzwischen aus der Veranstaltungsankündigung gelöscht…

Das nicht nur irgendwelche Männer sondern zum Teil krasse Antifeministen und Maskulisten eingeladen wurden, setzt dem ganzen noch die Krone auf.
Zum einen ist da Gerhard Amendt, der Feminismus als Feindbild sieht und ihm sogar eine argumentative Nähe zu antisemitischen und rassistischen Diskursen unterstellt.1
Und auch Bernhard Lassahn macht durch antifemistische Publikationen von sich reden. Derzeit arbeitet er an einer antifemistischen Trilogie von der der erste Teil „Frau ohne Welt“ bereits im Mai diesen Jahres erschienen ist.
Die anderen sind was antifeminismus betrifft noch nicht wirklich aufgefallen, gehören aber mit Ausnahmen eher zum neoliberalen Spektrum. Ihre Meinung bzgl. der Quote ist vorhersehbar…

Wir finden die Veranstaltung absolut daneben und hoffen, dass die Organisator_innen doch noch eine Eingebung bekommen und das ganze kurzerhand absagen…

Hier sei noch auf einen kurzen Artikel der mlbb hingewiesen: „fachschaftsteam, maskulismus, antifeminismus“

  1. Quelle: Rosenbrock, Die antifeministische Männerrechtsbewegung, S. 53-54, Gunda-Werner-Institut http://www.gwi-boell.de/downloads/antifeminismus_i_neu_1.pdf [zurück]